Gymlife: Unerwünschter Rat vs. hilfreicher Tipp

By Michael 4 Jahren agoNo Comments
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Unerwünschter Rat! Unerwünschter Rat im Gym. Leute, die auf dich zukommen und mit „guten Ratschlägen“ überhäufen gehören wohl zu den meist-gehassten Leuten im Gym. Die sind fast noch schlimmer als die Half-Repper und die Curler im Squat-Rack!

Andererseits beobachte ich regelmäßig junge Burschen, die mit rundem Rücken Kreuzheben, bei den Squats die Spannung verlieren oder Seitheben mit extra-Außenrotation vollziehen und sich dann über Schulterprobleme (Stichwort: Impingement) wundern.

Wann ist es also erlaubt/ sinnvoll Ratschläge zu geben und wann sollte man besser den Mund halten?


Bitte nicht ansprechen!

Ich sollte an dieser Stelle so ein Schild zum Ausdrucken zur Verfügung stellen mit der Aufschrift: „Bitte nicht ansprechen!

Wem ist das noch nicht passiert, dass man während dem Set angesprochen wird?! Man sollte wenigstens so viel Anstand besitzen und warten bis die Leute fertig sind. Dann kann man immer noch losquatschen und Fragen stellen.

Wenn man dann auch noch mit Tipps und „Verbesserungsvorschlägen“ überhäuft wird, dann möchte man am liebsten mit Gewichtsscheiben um sich werfen! 😉

Jetzt mal ehrlich: das Halbwissen, welches im Gym kursiert, ist wirklich erschreckend. Beeinflusst von Internet, „Gymrats“ und Freunden, glauben viele die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben.

Was ich denke, was ich glaube vs. was ich eigentlich weiß
Das folgende Diagramm drückt genau aus was ich meine: wenn man mit dem Training anfängt, dann saugt man die Informationen auf wie ein Schwamm. Man freut sich über das was man weiß und möchte es auch weitergeben. Je mehr man trainiert, desto mehr kommt man drauf, dass es noch so viel mehr gibt und man eigentlich Null Ahnung hat!

Die Besserwisser thronen auf dem Mount Stupid wo sie denken, sie wären der King!

Expertise - knowledge vs time

Expertise – knowledge vs time

Zurückhaltung und Bescheidenheit

Dicke Arme braucht man immer - Krafttraining FTW

Dicke Arme braucht man immer – Krafttraining FTW

Besserwisser waren schon in der Schule lästig. Vor allem wenn man sieht wie die Leute trainieren: schlechte Form, kein Plan und Ziel, kaum Fortschritte, einseitiges Training, etc.

Wenn ich denke, wie ich früher trainiert habe, dann habe ich auch Verständnis für allerlei „Blödsinn“ im Gym: Benchpress auf der Multipresse, jeder Tag war Arm- and Chest-Day, das machen, was die anderen so tun: warum Kniebeuge wenn man dicke Arme haben kann?

Da ist es besser sein Wissen aufzubauen, viel auszuprobieren und dann kommen die Leute sowieso auf einen zu. Wenn die sehen, dass man gescheit trainiert, sich anstrengt, die Form passt und sich auch die Ergebnisse (= dicke Muskeln oder schweres Gewicht) sehen lassen, dann wird man öfters angesprochen und kann immer noch Ratschläge geben. Dann wird das auch gerne angenommen und man kann gerade Anfänger vor Verletzungen bewahren.

Was ich allerdings schon mache ist offensichtlichen Anfängern zu zeigen, wie sie sich das Rückgrat NICHT brechen. Die Form beim Kreuzheben und der Kniebeuge ist manchmal sehr erschreckend. Wenn wer nur halbe Kniebeugen macht, dann hat das vielleicht einen Grund (oft eh nicht) aber wenigstens passt die Form und Hauptsache sie trauen sich an die Langhantel. #positivismus

Wenn wer jedoch mit Rundrücken, kaum Stabilität im Rumpf und einfallenden Knien arbeitet, dann gehe ich schon auf die Menschen zu. Wenn die Art und der Ton passt, dann wird es auch meistens gut angenommen weil sie ja selber wissen, dass die Form nicht passt – als Besserwisser auftreten geht dafür gar nicht!

Fazit

Ich habe lange über dieses Thema nachgedacht. Es ist wirklich schwierig. Manche muss man einfach nur Blödsinn machen lassen weil sie denken, alles besser zu wissen. Wenn die Form passt, dann mein Gott… lass ich sie halt!

Gleichzeitig denke ich aber, dass man „gesundheitsgefährdende“ Ausführungen ansprechen sollte – auf „leiwand“ und nicht auf „altklug“!

Wichtig ist nur mehr Zurückhaltung und Bescheidenheit als Besserwisserei zu zeigen. Wenn man noch ein halbes Hemd ist, dann braucht man die Muskelmänner nicht verbessern – man sollte zuerst an sich selber arbeiten bevor man groß redet. Das steht sogar schon in der Bibel so drinnen: Halt stille, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und siehe dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest!“ Lukas 6.42 

bleib stark!

Dein Michael

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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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