Sport ist Mord: Die 3 Hauptgründe für Verletzungen

By Michael 4 Jahren ago3 Comments
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sport ist mord

Wartezimmer bei der Physiotherapie: ich warte, dass ich dran komme und wer kommt rein? Maximilian Walter – ein befreundeten Trainer! Er selbst hat mir das (Physio-) Therapiezentrum Wien Mitte empfohlen aber ich dachte nicht, dass ich auch ihn dort treffe. Es kamen noch andere bekannte Gesichter herein und plötzlich war es ein kleines Sport-Get-Together.

Viele meiner bekannten Freunde und Sportler verletzen sich im Laufe ihres Trainings. Man erzählt immer wie gut und gesund Sport und Bewegung denn nicht ist und dann treffen sich alle beim Physiotherapeuten … 😉

Was hat es also mit Verletzungen auf sich und wie kann man sich davor schützen?


Die Top 3: Gründe für Verletzungen

Nachdem dem Gespräch im Therapiezentrum, stellt sich heraus, dass nicht der Sport an sich sondern eher das eigene Fehlverhalten Schuld an Verletzungen ist. Damit einher geht schlechte Form, Müdigkeit und Ego-Lifting!
Was das genau bedeutet erkläre ich in Folge.

#1 Schlechte Form

Kreuzheben falsch gemacht

Kreuzheben falsch gemacht

Das ist eindeutig die Nummer 1!

Ich trainiere in verschiedenen Gyms und sehr oft tut mir der Rücken alleine vom Zuschauen weh: Kreuzheben mit Rundrücken, Schulterdrücken mit Hohlrücken, Bankdrücken mit Hilfe der Schulterkapsel, Seitenheben über 90° inklusive Rotation damit der subakrominale Raum NOCH kleiner wird, und so weiter…

Das traurige daran ist, dass die Leute im Gym selten gelernt haben wie die Übungen richtig auszuführen sind. Halbwissen aus dem Internet und von Freunden trägt dazu bei, dass Bewegungen entweder falsch oder bestenfalls nur suboptimal ausgeführt werden. Wo ersteres noch die Gesundheit beeinträchtigt, tut zweiteres fast nichts – auch nichts für den Trainingsfortschritt. Zum Beispiel Mini-Dips oder Kniebeugen – zwar viel Gewicht oben aber keine „Full Range of Motion“. Toll – man wird sehr stark bei Viertelkniebeugen! … Gratuliere!

Was ich auch oft sehe ist, dass zwar während den Sets richtig gehoben wird nur beim auf- und abbauen wird der Rücken rund. Sowohl im Training, als auch im Alltag sollte die richtige Technik und Haltung angewendet werden!


#2 Müdigkeit

Mir ist das früher oft passiert: bei den ersten Sätzen passt die Form super und dann wenn die Müdigkeit einschlägt wird man schlampig. Nicht bei der 10. oder 11. sondern vielleicht erst bei der 12. Wiederholung wo man einmal kurz nicht aufpasst – und bam! Hallo Sehnenscheidenentzündung … da bist du ja!

Es ist die Aufgabe des Trainers, der Freunde oder der umliegenden Personen aufzupassen wenn wer müde wird. Man sollte es sich auch selbst eingestehen und ganz einfach andere um Hilfe fragen wenn man merkt, dass man an sein Limit kommt.

Sobald der Rücken rund wird, sollte man reagieren: Gewicht runter, Pause machen beziehungsweise Übung wechseln. Deshalb fängt man auch immer mit der schwersten Übung zuerst an (Kniebeugen, Kreuzheben) und geht dann zu jenen Übungen über wo leichteres Gewicht bewegt wird. Auch das beugt Verletzungen vor.

#3 Ego-Lifting

Full Range of Motion bei jeder Übung!

Full Range of Motion bei jeder Übung!

Bewegung über Full-ROM bringt mehr!

Grund Nummer drei ist wohl der eigenen Dummheit, das heißt dem Ego geschuldet! Viel zu oft sieht man Leute am „Ego-Liften“ das heißt, sie hauen noch extra Gewicht oben drauf nur um ihre Freunde, Bekannten oder die süße Kleine am Laufband zu beeindrucken.

Die Resultate können sich sehen lassen: halbe oder viertel-Wiederholungen oder auch  „geschummelte“ Versuche wo mit Hilfe von Gelenkskapseln und Sehnen mitgeholfen wird bis diese schlussendlich abschmieren!

Nichts ist wohl peinlicher als solche halb- bis viertel-Wiederholungen. Beispiel bei der Kniebeuge: nicht ganz runter zu gehen. Warum mit 100kg versuchen und dann einen kleinen Dip machen wo man vielleicht mit 80 oder 90kg eine volle Kniebeuge schaffen würde?

Video:
Don´t be a half-repper

Es ist nicht nur peinlich sondern bring auch für das Training relativ wenig. Bei der Kniebeuge werden sowohl die knie- als auch hüftstreckenden Muskeln eingesetzt. Bei einer beliebigen Bewegung werden jene Muskeln verwendet die für genau diese Bewegungsamplitude nötig sind. Da der Muskel stark unterteilt ist, spart der Körper durch diese Funktionsweise Energie.

Bei Muskelaufbau wollen wir das aber nicht – wir wollen SÄMTLICHE Muskelzellen aktivieren und auch ALLE Muskelgruppen. Das ist bei einer vollen Kniebeuge der Fall – bei weniger natürlich nicht!

Außerdem ist der Aufbaureiz bei größtmöglicher Streckung am stärksten … soll heißen: die Muskeln wachsen schneller!

PS: Bodybuilder nutzen den Modus der halben Wiederholungen um bestimmte Teile der Muskeln stärker hervorzuheben beziehungsweise die Glieder nicht ganz zu strecken für mehr „Pump“. Da die meisten aber keine Profi-Bodybuilder sind, sind Übungen über die volle Bewegungsamplitude (ROM) zu empfehlen!


Fazit

Sport ist sicherlich kein Mord! Er hat viele Vorteile für den Körper, beugt Krankheiten und Verletzungen vor, stärkt das Selbstbewusstsein und schützt sogar vor psychischen Erkrankungen.

Natürlich muss man aufpassen auf das was man tut und

  1. Auf die Form achten,
  2. Seine Grenzen kennen und nicht völlig leergepumpt trainieren und
  3. Das Ego aus dem Spiel lassen!

Das Ego hebt euch für die Wettkämpfe auf aber im Training schaltet lieber einen Gang zurück. Seid ehrlich zu euch selbst denn dann läuft es auch mit der Progression besser…

bleibt stark!

Euer Michael

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Categories:
  Funktionelles Training, Muskelaufbau, Positive Auswirkungen von Bewegung
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 Michael

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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

3 Comments

  • Haris sagt:

    Ah was, Michi! Hauptsache dicke Arme! 😛 Außerdem kann man den Buckel im Spiegel eh nicht sehen. 😀
    Im ernst, deine Artikel lesen sich immer besser!

    • Michael sagt:

      Hallo Haris,
      na das freut mich, dass es immer besser wird 🙂
      Die Arme kann man auch so trainieren, ohne sich den Rücken zu ruinieren 😉
      Everyday is Chestday – except when you train arms 😉
      liebe Grüße
      Michael

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