Die 9 größten Mythen über Abnehmen und Fettabbau

By Michael 3 Monaten agoNo Comments
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Die 9 größten Mythen über Abnehmen und Fettabbau

Über Abnehmen, dem optimalen Fettabbau oder Gewicht verlieren gibt es im Internet viele Ratschläge. Doch leider sind die meisten Tipps, Tricks, Informationen über Nahrungsergänzungsmittel oder Diäten entweder nicht bewiesen, falsch oder erwiesenermaßen unwirksam.

Daher möchte ich dir heute in diesem Artikel die 9 größten Mythen über Abnehmen und Fettabbau zeigen. Gleichzeitig verrate ich dir auch, warum diese Ratschläge zu den Mythen gehören und nicht funktionieren, wenn du abnehmen willst.

Der Bericht ist ehrlich, nicht gekauft, wissenschaftlich fundiert und schenkt dir reinen Wein ein.
Viel Spaß beim Lesen!

1. Alle „Kalorien“ sind gleich

Ausgewogene Ernährung ist beim Abnehmen und Körpergewicht verlieren sehr wichtig!

Frisch kochen ist beim Abnehmen Pflicht.

Kalorien sind ein Maß für Energie. Alle „Kalorien“ haben den gleichen Energiegehalt.

Allerdings bedeutet dies NICHT, dass alle Kalorienquellen die gleichen Auswirkungen auf dein Gewicht haben.

Verschiedene Lebensmittel durchlaufen verschiedene Stoffwechselprozesse und können sehr unterschiedliche Auswirkungen auf den Hunger und die Hormone haben, die das Körpergewicht regulieren.

Zum Beispiel ist eine Proteinkalorie nicht das Gleiche wie eine Fettkalorie oder eine Kohlenhydratkalorie.

Kohlenhydraten und Fett durch Proteine zu ersetzen kann den Stoffwechsel verbessern, Appetit und Heißhunger reduzieren und gleichzeitig die Funktion einiger gewichtsregulierender Hormone optimieren (1).

Tipp: Auch Kalorien aus Vollwertkost (wie Obst) sind in der Regel viel sättigender als Kalorien aus raffinierten Lebensmitteln (wie Süßigkeiten).

2. Abnehmen ist ein linearer Prozess

Gewicht abzunehmen ist normalerweise kein linearer Prozess, wie manche denken. An manchen Tagen und Wochen nimmt man vielleicht ab, während man an anderen etwas zunimmt.

Das ist kein Grund zur Besorgnis. Es ist normal, dass das Körpergewicht ein paar Kilo auf und ab schwankt.

Beispielsweise hat man vielleicht gerade mehr Lebensmittel im Verdauungstrakt oder der Körper enthält mehr Wasser als üblich. Das ist bei Frauen sogar noch ausgeprägter, da die Wassermenge während des Menstruationszyklus ziemlich schwanken kann.

Solange der allgemeine Trend abwärts geht, egal wie viel das Gewicht schwankt, wirst du langfristig trotzdem schnell abnehmen und Erfolg beim Gewicht verlieren haben.

Tipp: Gewicht verlieren ist nicht das Gleiche wie Körperfett verlieren. Das absolute Gewicht ist „relativ egal“, der Körperfettanteil macht den Unterschied – siehe hier: Körperfett vs. Körpergewicht reduzieren

3. Nahrungsergänzungen helfen beim Fettabbau

Die Nahrungsergänzungsmittelindustrie rund um Abnehmprodukte ist riesig. Es gibt die unterschiedlichsten Nahrungsergänzungsmitteln und deren Hersteller versprechen enorme Wirkungen, aber in Studien stellen sie sich nie als besonders wirkungsvoll heraus.

Der Hauptgrund, warum sie bei manchen wirken, ist der Placeboeffekt. Die Leute fallen auf die Werbebotschaften herein und wollen mit den Mittelchen Gewicht verlieren, indem ihnen bewusst gemacht wird, was sie essen.

Es gibt daher einige wenige Nahrungsergänzungsmittel, die eine geringfügige Abnehmwirkung haben können. Die besten können dir eventuell helfen, über mehrere Monate hinweg ein paar Pfunde zu verlieren.

4. Übergewicht hat mit Willensstärke zu tun, nicht mit Biologie

Gewicht verlieren hat nicht immer mit Willensstärke zu tun! Auch Hormone, Stoffwechsel und Krankheiten spielen eine Rolle.

Gewicht verlieren hat nicht immer mit Willensstärke zu tun! Auch Hormone, Stoffwechsel und Krankheiten spielen eine Rolle.

Es ist völlig falsch, dass Gewichtszunahme/-verlust nur mit Willenskraft zu tun hat oder mit einer „Wahl“, dies oder jenes zu tun. Fettleibigkeit ist eine sehr komplexe Störung mit Dutzenden, wenn nicht Hunderten von Faktoren.

Es gibt zahlreiche genetische Variablen, die nachweislich mit Fettleibigkeit in Verbindung gebracht werden, und verschiedene Krankheiten (Schilddrüsenunterfunktion, PCOS, Depressionen), die das Risiko für eine Gewichtszunahme erhöhen können (2).

Der Körper hat auch zahlreiche Hormone und biologische Systeme, die das Körpergewicht regulieren sollen. Bei fettleibigen Menschen funktionieren diese oft nicht mehr richtig, sodass es viel schwieriger wird, abzunehmen und das Gewicht dann zu halten.

Zum Beispiel ist die Resistenz gegen das Hormon Leptin eine Hauptursache für Fettleibigkeit (3). Das Leptin-Signal soll deinem Gehirn sagen, dass es genug Fett gespeichert hat. Wenn das Leptin es nicht schafft, sein Signal zu liefern, denkt das Gehirn, dass du gerade am Verhungern bist.

Der Versuch, „Willenskraft“ aufzubringen und angesichts des durch das Leptin bedingten Hungersignals bewusst weniger zu essen, ist für viele Menschen äußerst schwierig, wenn nicht gar unmöglich. Es gibt heutzutage sogar Säuglinge, die fettleibig werden. Wie kann man das auf persönliche Verantwortung oder einen Mangel an Willenskraft zurückführen? Ganz eindeutig spielen hier biologische Faktoren eine Rolle.

Das Essen wird durch das Verhalten angetrieben, und das Verhalten wird durch Physiologie und Biochemie gesteuert. Das ist eine unleugbare Tatsache. Natürlich bedeutet das nicht, dass man einfach aufgeben und sein genetisches Schicksal akzeptieren sollte. Eine Gewichtsreduktion ist trotzdem möglich, nur viel, viel schwerer für manche.

Tipp: Tust du dir beim Abnehmen sehr schwer, dann zögere nicht und frag einen Facharzt für Ernährung (und Sport) und lass deine Blutwerte untersuchen.

5. „Weniger essen, mehr bewegen“ ist ein guter Ratschlag

Körperfett ist einfach gesagt gespeicherte Energie (Kalorien). Um Fett zu verlieren, müssen mehr Kalorien die Fettzellen verlassen, als hineinkommen.

Mit anderen Worten: Wenn der Kalorienverbrauch die Kalorienaufnahme übertrifft, findet Fettabbau statt. Das ist eine Tatsache. Somit scheint es nur logisch, dass „weniger essen, mehr bewegen“ eine Gewichtsabnahme verursachen würde, indem an beiden Seiten der Kaloriengleichung angesetzt wird.

Allerdings ist dies ein wirklich mieser Rat für diejenigen mit einem ernsthaften Gewichtsproblem. Die meisten, die diesem Rat folgen, haben das Gewicht am Ende wieder drauf und dafür gibt es physiologische und biochemische Gründe.

Eine große und dauerhafte Veränderung in der Sichtweise und im Verhalten ist erforderlich, um mit Diät und Bewegung Körperfett zu verlieren. Den Leuten einfach zu sagen, dass sie weniger essen und sich mehr bewegen sollen, reicht nicht.

Das ist wie wenn man einem depressiven Menschen raten würde, dass er vor Freude jubeln soll, oder einem Alkoholiker, einfach weniger zu trinken.

6. Fett macht fett

"<yoastmarkKörperfett ist gespeichertes Fett. Wenn man mehr Fett isst, müsste man mehr Fett speichern. Erscheint logisch.

Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Fett an sich hat jetzt per se nichts mit dem Dickwerden zu tun, außer dass es oft in kalorienhaltigem Junk-Food enthalten ist.

Wie bei so vielem in der Ernährung hängt das ganz vom Zusammenhang ab. Eine große Menge Fett zusammen mit einer kohlenhydratreichen, kalorienreichen Ernährung voller Fastfood wird dich definitiv fett machen. Aber das kommt nicht nur vom Fett.

Tipp: Solange es nicht übermäßig viele Kalorien sind, macht Fett dich nicht fett. Außerdem haben Diäten mit reichlich Fett (aber wenig Kohlenhydraten) in zahlreichen Studien zum Gewichtsverlust geführt (4).

7. Das Frühstück ist notwendig, um abzunehmen

Studien zeigen, dass diejenigen, die das Frühstück auslassen, tendenziell mehr wiegen als diejenigen, die regelmäßig frühstücken. Allerdings liegt das wahrscheinlich daran, dass Menschen, die frühstücken, generell eher auch andere gesunde Lebensgewohnheiten haben.

Dies wurde vor kurzem in einer großangelegten kontrollierten Studie getestet. 309 Männern und Frauen nahmen bei der Studie teil, bei der Empfehlungen verglichen wurden, entweder zu frühstücken oder aber das Frühstück auszulassen (5).

Nach einer 4-monatigen Studienzeit stellte man keine Wirkung fest. Es war egal, ob die Leute frühstückten oder das Frühstück ausließen. Keines von beiden hatte sich auf das Gewicht ausgewirkt. Es ist ebenso ein Mythos, dass das Frühstück den Stoffwechsel verbessert, oder dass man mit mehreren kleineren Mahlzeiten im Verlauf des Tages mehr Kalorien verbrennt (6).

Tipp: Iss, wenn du hungrig bist, und höre auf, wenn du satt bist. Frühstücke, wenn du möchtest, aber erwarte nicht, dass es sich sonderlich auf dein Gewicht auswirken wird.

8. Diäten bringen etwas

Die Abnehmbranche möchte dich glauben machen, dass „Diäten“ etwas bringen. Allerdings zeigen Studien, dass Diäten langfristig selten funktionieren. 85% der Leute haben das Gewicht innerhalb eines Jahres wieder drauf (7).

Außerdem zeigen Studien, dass genau diejenigen, die eine Diät machen, in der Zukunft tatsächlich am ehesten das Gewicht wieder zunehmen werden.

In Wirklichkeit können Diäten eine künftige Gewichtszunahme zuverlässig voraussagen.

Du solltest die Gewichtsabnahme wohl besser nicht mit dem Diätgedanken angehen. Setz dir stattdessen zum Ziel, deinen Lebensstil zu verändern und gesünder, glücklicher und fitter zu werden und dich gesünder zu ernähren.

Wenn du es schaffst, dein Bewegungspensum zu erhöhen, gesünder zu essen und besser zu schlafen, dann müsstest du auch ganz nebenbei und auf natürliche Weise an Gewicht verlieren. Eine Diät zu machen und ständig Hunger zu haben wird wahrscheinlich langfristig nicht funktionieren, sondern macht dich nur unglücklich.

Passender Artikel zum Thema: Welche Diät ist die Beste um schnell abzunehmen?

9. „Diät“-Lebensmittel können dir helfen abzunehmen

Superfoods enthalten oft Giftstoffe - auch Bioprodukte! Goji-Beeren und Chia-Samen vielen besonders negativ auf

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Viele Lebensmittel werden oft als gesund vermarktet, sind es aber nicht. Dazu zählen unter anderem fettarme Lebensmittel, fettfreie Lebensmittel, verarbeitete glutenfreie Lebensmittel, sogenannte Superfoods und Getränke mit einem hohen Anteil an verstecktem Zucker wie etwa Fruchtsäfte, Obstsalate, Fruchtjoghurt usw.

Allerdings kann man diesen Lebensmitteln eigentlich NICHT vertrauen. Die gesundheitsbezogenen Angaben auf den Lebensmitteletiketten sollen dich in der Regel täuschen, nicht informieren.

Das Verhalten einiger Hersteller ist wirklich nicht in Ordnung. Sie belügen dich, um dich dazu zu bringen, extrem schädliche, dickmachende Schundnahrung für dich und deine Kinder zu kaufen.

Am besten hältst du dich an Liste der wichtigsten Low Carb Lebensmittel. Die darin vorgestellten Nahrungsmittel enthalten nur wenig Kohlenhydrate, sind sehr proteinreich und versorgen dich mit allen wichtigen Nährstoffen. Der positive Nebeneffekt: Sie unterstützen dich sogar beim Abnehmen.

Tipp: Wenn „gesund“ drauf steht, ist meistens nicht „gesund“ drinnen!

Fazit: Mythen über Abnehmen und Fettabbau in 10 kurzen Punkten

So, das waren die 9 Mythen über Abnehmen und Fettabbau. Ich hoffe ich konnte dir damit helfen, nicht in diese Abnehm-Fallen zu treten und dich bei deiner Ernährung unterstützen.

Wenn du nachhaltig und trotzdem schnell Körperfett loswerden willst, dann bedenke:

  1. Kalorien sind nicht Kalorien: Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß reagieren unterschiedlich mit deinem Körper.
  2. Abnehmen ist kein linearer Prozess (vor allem bei Frauen). Jeden Tag Gewicht messen bringt daher wenig. Das durchschnittliche Gewicht pro Woche dagegen schon eher.
  3. Nahrungsergänzungsmittel sind ERGÄNZUNGEN. Sie ersetzen nicht eine gesunde Ernährung – der Grundstein für einen schönen und schlanken Körper.
  4. Übergewicht hat nicht immer mit fehlender Motivation zu tun. Frag nen Arzt und check deine Blutwerte.
  5. Weniger essen, mehr bewegen ist als Ziel zu abstrakt, denn oft ist der Lebenstil fatal. Setz dir konkretere Ziele.
  6. Fett macht nicht Fett. Fett ist von den richtigen Quellen sogar sehr gesund und lebensnotwendig. Die Menge macht das Gift.
  7. Iss dein Frühstück wenn du Lust dazu hast. Für das Abnehmen ist Frühstück irrelevant. Auch hier: die Menge macht das Gift.
  8. Abnehmen ist billig und einfach. Diäten funktionieren zwar, du brauchst sie aber nicht wirklich.
  9. Finger weg von verarbeiteten Lebensmittel: vor allem die „ohne Fett“ (dafür viel Zucker), viel Proteine (und Zeugs, das keiner braucht), Sojamilch oder was es sonst noch so gibt. Das sind hochverarbeitete Lebensmittel die weder gesund noch natürlich sind!
  10. Zu guter Letzt: sei ehrlich zu dir selber!

 

Falls du noch weitere Tipps oder Fragen hast, schreibe mir gerne ein Kommentar unterhalb dieses Artikels.

Über Laura Stein:
Dies ist ein Gastbeitrag von Laura Stein. Laura ist Autorin und Bloggerin auf www.foodfitness.de. In ihren Artikeln gibt Sie ihren Erfahrungsschatz aus jahrelanger Tätigkeit als Ernährungscoach weiter, welcher sich auf eine gesunde Ernährung, dem erfolgreichen Abnehmen und Low Carb bezieht. Mehr über Laura findest du auf ihrer Webseite.

 

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Quellenangaben und Studien:

(1) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25926512
(2) https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17566051
(3) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25232147
(4) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1467-789X.2008.00518.x/abstract
(5) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24898236
(6) http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9155494
(7) http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1046/j.1467-789x.2000.00019.x/full

Categories:
  Abnehmen, Biologische Grundlagen, Ernährung, Gesundheit
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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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