Sportuhren & Fitness-Tracker: warum sie dir nicht helfen werden

By Michael 4 Monaten ago2 Comments
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Sportuhren & Fitness-Tracker- warum sie dir nicht helfen werden

Fitness-Tracker, Sportuhren und andere Fitness-Gadgets helfen die sportlichen Aktivitäten aufzuzeichnen und zu optimieren. Fitness ist in aller Munde, Selbst-Optimierung mittels technischer Gadgets sowieso. Es wird immer wichtiger zu zeigen wie sehr man Diät macht, „clean-eating“ ist ein must, keine Bilder über Essen und Trainingsverlauf zu posten ist, als hätte man gar nicht trainiert.

Ernährung und Fitness wird dabei immer mehr zur Religion und weniger Lifestyle. Fitness-Tracker tragen ihren Teil dazu bei.

Im Laufe der Jahre hab ich viele (teils wissenschaftliche) Studien über all mögliche Tracker gelesen, und darüber wie sie zur Gewichtsreduktion und mehr Fitness beitragen können. Einige hab ich auch ausprobiert weil es mich als Trainer und Sportler berufsmäßig ja auch interessiert.

Und ich kann dir sagen: sie sind eine Spielerei!

Sie sind lustig, informativ und streicheln dein Ego… sonst tun sie aber wenig… deshalb erfährst du heute:

  • Ob dir diese Gadgets wirklich helfen gesünder und aktiver zu leben?!
  • Für wen Fitness-Tracker geeignet sind und für wen nicht!?
  • Was kannst du damit erreichen und wo sind die Limitationen!?

1.) Fitness-Tracker helfen dir nicht beim Abnehmen

Eine im Fachjournal „Jama“ veröffentlichten Studie belegt, dass die Verwendung von Schrittzählern nichts zu einer Gewichtsreduktion beiträgt. Es wurden knapp 500 junge Übergewichtige 2 Jahre mit einem Diätplan, Sportempfehlungen und Gruppentherapie begleitet. Nach einem halben Jahr erhielt eine Hälfte zusätzlich noch Fitnesstracker um den Bewegungsanreiz weiter zu erhöhen. Die Kontrollgruppe bekam keine Tracker und sollte ihr Aktivitätslevel und Ernährungsfortschritte auf eigene Art und Weise Webseite protokollieren. Die Gruppe ohne Armband nahm 3,5 Kilo mehr ab als jene mit Armband.

Tipp zum Abnehmen: Willst du Abnehmen, dann setze primär auf einen Ernährungsplan und sekundär auf einen Trainingsplan. Übrigens: Warum die Gruppe mit Tracker weniger abgenommen hat, hat auch damit zu tun, dass eine Kalorienreduktion meist unbewusst erfolgen muss.

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2.) Mit Sportuhren machst du nicht automatisch mehr Sport

Das belegt eine weitere Studie zu Jahresbeginn 2016: Nutzer von Fitnessarmbändern haben pro Tag lediglich 970 Schritte mehr auf Ihrem Schrittekonto als zuvor ohne Armband. Das ist eine Menge, die ich für vernachlässigbar halte, denn das ist mein 5-7 minütiger Weg zur Ubahn… in eine Richtung. Zudem gilt dieser Motivationsschub auch nicht für alle Nutzergruppen.

Ich hab es allerdings auch mal ernst genommen und versucht wirklich auf meine 10.000 Schritte täglich zu kommen (unabhängig vom Training). Es ist echt schwierig und selbst mir als Trainer viel es schwer. Es hat auch bei mir nicht dazu geführt, dass ich MEHR Schritte gehe, sondern eher zu Dingen wie in den folgenden Punkten Nr. 3 und Nr. 4 beschrieben.

Tipp für mehr Bewegung: ist dir ein aktiver Lebensstil wichtig, dann baue Bewegung in den Arbeitsalltag ein. Mach dir das Leben ein wenig schwerer (Stiegen, kein Auto beim Einkaufen, mit dem Zug zum Flughafen) und du wirst sehen, wie schnell du fitter wirst. Regelmäßiges Krafttraining ist natürlich am besten und geht am schnellsten!

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3.) Fitness-Gadgets helfen nicht der Selbstoptimierung – sie deprimieren

Fitness-Armbänder zeichnen die Trainingserfolge auf und erstellen Statistiken

Fitness-Armbänder zeichnen die Trainingserfolge auf und erstellen Statistiken

Statistiken zu erfüllen ist insofern schwierig, als dass du ständig hinterher hinkst. Schaffst du dein Pensum nicht, dann zeigt dir das deine Uhr unerbitterlich. Deine Wii sagt dir eh schon seit langem, dass du fett bist, das Handy kam neulich dazu. Manche Menschen meinen zwar „sie brauchen das“, die Statistik kennt aber andere Zahlen: 50% aller 33 Millionen Amerikaner, die einen Fitness-Tracker besitzen, nutzen das Armband nicht mehr. 33% legen es bereits innerhalb der ersten sechs Mon

ate zurück in die Lade.

Man mag es schon nicht, wenn Freunde auf die Speckrollen zeigen… es ständig vor Augen gezeigt zu bekommen ist deprimierend und nervig. Da überrascht es kaum, dass die Kontrollgruppe der vorher erwähnten Studie mehr Erfolg hatte, als sie einfach aufschrieb was sie erreicht hat – das zeigt dann keine Defizite, sondern Erfolge. Und Erfolge motivieren. So erreichst du mehr Optimierung in deinem Leben als mit Tracker.

Tipp: genieße das Leben und schau gleichzeitig auf deine Gesundheit. Viel Gesundheit bedeutet viel Lebensfreude, denn du hast die Kraft UND die Möglichkeit all das zu machen, was du willst. Dazu brauchst du keine Geräte, die dir das sagen!

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4.) Aktivitätstracker beherrschen dein Leben

Ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen. Tracker, sobald man das ernst nimmt, bestimmen ab da dann dein Leben und Tagesablauf. Ständig bist du auf der Suche nach Schritten. Diese Fremdbestimmung habe ich gehasst. Sport mache ich eigentlich als Hobby, zum Zeitvertreib und Spaß. Wo ist der Spaß in der reinen Pflichterfüllung? Vielleicht kannst du dich besser abgrenzen aber mir ging das sehr auf die Nerven.

Außerdem wird keinerlei Rücksicht auf Tagesverfassung genommen. Bedingt durch Arbeit, Training aber auch Mond oder Hormone brauchen wir mal mehr, mal weniger Schlaf. Maschinen und Programme funktionieren nach Normen. Aber was ist schon normal? Jeder Mensch ist unterschiedlich. Manche kommen mit 5h Schlaf aus, ich seh dann eher aus wie ein Zombie.

Tipp: Höre auf deinen Körper. Er sagt dir was er wann genau braucht. Viel besser ist, wenn „viel Bewegung“ dein Lebensstil ist.

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5.) Sportuhren und andere Gadgets sind nichts für Anfänger

Fitness-Tracker sind für Profis bei Wettkämpfen wie Ironman sehr hilfreich

Fitness-Tracker sind für Profis bei Wettkämpfen wie Ironman sehr hilfreich

Tagtäglich sehe ich zig Läufer und andere Sportler mit Fitnessarmbändern und gleichzeitig schrecklicher Technik. Die Motivation ist bemerkenswert nur bringt es nichts, die beste Technologie zu benützen und dabei auf grundlegende Dinge zu vergessen – und damit meine ich korrekte Lauftechnik, Trainingsprogression, passende Ernährung und Assistenz-Übungen.

Gerade bei langen Ausdauersportarten ist die korrekte Technik der Schlüssel um sich die Gesundheit zu erhalten. Gerade wiederkehrende, über lange Zeiträume auftretende Belastungen wirken sich stark auf den Bewegungsapparat aus. Wird die Belastung nicht korrekt abgeleitet, dann entstehen schnell Abnützungen, Zerrungen und andere Entzündungserscheinungen. Beim Laufen ist die Einstiegsbarriere sehr niedrig doch auch hier kannst du viel falsch machen.

Tipps für Anfänger: als Anfänger schließe dich Laufgruppen an oder absolviere ein kurzen Kurs in der richtigen Lauftechnik. Das Geld zahlt sich mehr als aus, dein Körper wird es dir danken!

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6.) Fitnessarmbänder kosten teilweise richtig viel Geld

Die Armbänder mit oder ohne Brustgurte ist teilweise richtig teuer. Die Gadgets gibt es zwar schon ab 30€ aber wer billig kauft, der kauft teuer. Die besseren Aktivitätstracker sind ab 100€ bis manchmal sogar 300-400€ zu haben und das ist richtig viel Geld. Dafür bekomm ich schon ein Abo für ein Jahr Fitness-Center. Oder die besten, neuesten Laufschuhe. Oder sogar ein Monat Intensivbetreuung bei einem Fitnesstrainer.

Für Sportler, die für Marathon, Iron-Man oder anderen Bewerben trainieren macht es Sinn in einem bestimmten Pulsbereich zu laufen um den Energiehaushalt zu optimieren. Dafür solltest du aber schon gewisse Erfahrung im Training und mit der Interpretation der Daten mitbringen.

Klar ist es eine witziges Spielzeug – auch ich liebe neue coole Dinge. Gleichzeitig sollten Kosten und Nutzen sich aber in Waage halten. Die Tracker produzieren nur Daten, sie helfen noch lange nicht bei der Umsetzung.

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7.) Datenschutz und Privatsphäre

Ein Punkt, der vielen Menschen egal ist. Warum eigentlich? Daten sind was höchst sensibles. Außerdem gehören sie nur dir selbst. Fakt ist aber, dass kein Mensch weiß, was mit diesen Trackern überhaupt an Daten erfasst wird, an wen sie gehen und was damit gemacht wird.

Gerade über Meta-Daten, dh wo du wann was an Apps oder Geräten aktiviert hast sagt oft mehr aus, als die Details. Die Details werden aber auch übermittelt und damit lassen sich erstklassige Profile von Menschen und Bevölkerungsgruppen erstellen.

Dies wird zuerst nur für die Werbung genutzt aber in welche Richtung es geht, sieht man schon jetzt: Die Positionen rücken in die Extreme und Toleranz wird immer weniger. Gerade die „Toleranten“ wie Tierschützer, Veganer und LGBT-Vertreter sind oft die radikalsten Prediger.

Datenschutz ist also auch Meinungsfreiheit und Freiheit vor Bevormundung.

Zuerst wird von den Krankenkassen ein gesunder Lebensstil belohnt (gibt es bereits). Voraussetzung dafür ist allerdings ein aktives Tracking um das auch zu Bestätigen. Irgendwann wird es umgedreht und alle, die es NICHT tun, zahlen einen Malus. Damit wird der aktiven Überwachung direkt in die Hände gespielt und die Bevormundung geht weiter.

Fazit: Fitness-Tracker haben Nutzen für ambitionierte Sportler, sonst sind sie nur unterhaltsam (und ein wenig überflüssig)

Lauftraining durch Fitness-Tracker abgelenkt und gestört

Lauftraining damals und heute

Tracker helfen Profis und all jenen, die Wettkämpfe beschreiten. Laufen oder Radfahren in einem bestimmten Pulsbereich lassen mehr Taktik und Optimierung des Energiehaushaltes zu, entscheidet daher über wichtige Platzierungen. Kannst du die Daten richtig interpretieren und auf das Training anwenden, dann kommst du so sicher schneller ans Ziel, als ohne Tracker.

Gleichzeitig halte ich Fitness-Armbänder im Hobbysport jedoch für überflüssig. Gerade Anfänger profitieren kaum von solchen Aktivitätsmessgeräten um ihre Ziele zu erreichen. Sie sind besser beraten ihr Geld in eine Einschulung oder Trainingsanleitung zu stecken als in solche Gadgets.

Kurz zusammengefasst sind die Limitationen der Fitness-Tracker:

  • Sie helfen dir nicht beim Abnehmen oder Gewichtsverlust
  • Sie tragen nicht dazu bei, dass du dich mehr bewegst
  • Sie zeigen dir regelmäßig was du NICHT geschafft hast
  • Sie bestimmen über dein Leben und du tust, was sie dir auftragen
  • Sie helfen dir nicht als Anfänger um den Sport länger ausführen zu können und wollen
  • Sie sind recht teuer und ohne zusätzliche Interpretation bringen dir die vielen Daten nichts
  • Sie geben mehr über dich preis, als dir lieb sein kann – Stichwort Datenschutz

Fairerhalber möchte ich an dieser Stelle auch darauf eingehen, wann Fitness-Tracker sinnvoll sind:

  • Sie helfen dir als fortgeschrittener Ausdauersportler deine Performance zu optimieren
  • Bewegung in bestimmten Pulsbereichen erlauben mehr Taktik beim Wettkampf (Sprint am Ende noch möglich weil Glykolspeicher noch voll sind)
  • Sie sind unterhaltsam, etwas neues und man kann sich mit Freunden gut messen
  • Sie sind nach einiger Zeit mit der selben Sportart eine gute Motivation weiterzumachen

 

Hinweis: Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade über das Thema: Fitness Tracker und Sportuhren – Nützliche Gadgets oder sinnlose Teile

 

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Categories:
  Abnehmen, Fitness-Tracker, Gesundheit
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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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