Kaum positive Effekte durch Schrittzähler?!

By Michael 1 Jahr agoNo Comments
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Kaum positive Effekte durch Schrittzähler beim Abnehmen oder Fitness?

Schrittzähler sollen helfen deine Motivation anzuspornen. Uhren, Handys und sonstige Aktivitätstracker liegen voll im Trend und erfreuen sich großer Beliebtheit. Endlich hat man eine Übersicht über das eigene Bewegungslevel. Doch helfen sie auch, das Bewegungspensum zu erhöhen?

Laut den neuesten Studien ist das nicht immer so und auch der erwünschte Gewichtsverlust tritt nicht immer ein. Ich habe außerdem mal meine eigenen Schritte gemessen und bewusst versucht auf die empfohlene Menge zu kommen mit ernüchterndem Ergebnis!

Aber warum ist das eigentlich so?

Tipp: Am Ende gibt es eine hilfreiche Infografik mit einfachen Tipps wie du auf mehr Bewegung im Alltag kommst!

Schrittzähler führen kaum zu mehr Fitness

Schrittzähler am Handy zur Unterstützung und Monitoring: man hat es immer dabei!

Schrittzähler am Handy zur Unterstützung und Monitoring: man hat es immer dabei!

Es ist paradox, ist aber so: Menschen kaufen Schrittzähler, damit sie mehr Motivation zur Bewegung bekommen aber am Ende ist das Ergebnis fast gleich oder sogar negativ. Dh sie bewegen sich nur etwa gleich viel, wenn nicht sogar weniger als ohne Schrittzähler.

Das belegt auch eine eine Studie zu Jahresbeginn 2016: Nutzer von Fitnessarmbändern gehen pro Tag im Schnitt 970 Schritte mehr pro Tag als zuvor ohne Armband. 970 Schritte halte ich jedoch für vernachlässigbar (Das ist mein 5-7 minütiger Weg zur Ubahn… in eine Richtung). Zudem gilt dieser Motivationsschub auch nicht für alle Nutzergruppen.

Die im Fachjournal „Jama“ veröffentlichten Studie belegt, dass die Nutzung von Schrittzählern nichts zu einer Gewichtsreduktion beiträgt. Diese Langzeitstudie mit fast 500 jungen Übergewichtigen ging über 2 Jahre und beinhaltete einen Diätplan, Sportempfehlungen und Gruppentherapie. Nach 6 Monaten erhielt die Hälfte von ihnen zusätzlich noch Fitnessarmbänder, die für einen zusätzlichen Bewegungsanreiz sorgen sollten während die andere Hälfte in Eigenregie und -Verantwortung ihr Aktivitätslevel und Ernährungsfortschritte auf einer Webseite protokollierten.

Das Ergebnis war eindeutig und hat überrascht: die Vergleichsgruppe ohne Armband nahm 3,5 Kg mehr ab als jene mit Armband. Als Fazit kam heraus, dass „Unter jungen Erwachsenen mit einem Body-Mass-Index zwischen 25 und 40, das Hinzufügen eines tragbaren technischen Hilfsmittels im Vergleich zu einer Standardintervention über 24 Monate einen geringeren Gewichtsverlust bewirkte“, resümieren die Forscher der Uni Pittsburgh.

Paradoxe Entwicklungen

Diese Studien belegen einen gewissen Sport- und Gesundheitstrend: jene, die schon viel Bewegung machen, nutzen Geräte und technische Hilfmittel um ihre Aktiväten zu optimieren! Bei jenen, die generell eher wenig körperliche Aktivitäten aufweisen, führen auch technische Geräte wie Schrittzähler nicht zu mehr Motivation.

Was dazu kommt sind paradoxe Entwicklungen: teilweise führt die sichtbare Protokollierung zu Demotivation da man die Ziele regelmäßig verfehlt. Und andererseits kommt es vor, dass das Bewusstsein, dass man sich bewegt, zu vermehrten Kalorienaufnahme führt, „da man sich ja jetzt was gönnen darf“!

In der Tat: Etwa die Hälfte der geschätzten 33 Millionen Amerikaner, die einen Fitness-Tracker besitzen, nutzen das Armband nicht mehr. Ein Drittel davon legt es schon innerhalb der ersten sechs Monate zur Seite.

Schaffst du 10.000 Schritte pro Tag?

Das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt 2,5 Stunden moderate Bewegung bzw. 75min. anstrengende körperliche Bewegung pro Woche und nur 20% der Deutschen halten diese Empfehlung ein. Das ist das absolute Minimum um nicht krank zu werden – möchte man dagegen die Gesundheit fördern und fitter werden, so wird ein tägliches Pensum von ca 10.000 Schritte oder auch 6-7 Kilometer Strecke genannt.

Das ist gar nicht so wenig, denn dafür brauchst du 2 Stunden, wenn du langsam gehst, 1 1/2 Stunden im normalen Tempo. Allerdings fühlt man sich dann auch deutlich fitter, wohler und vitaler – du schläfst besser, hast die bessere Verdauung und Wohlempfinden.

Selbst ich als „bewusster Sportler“ komme nicht regelmäßig auf 10.000 Schritte – im Durchschnitt schon weil mich die Wandertouren am Wochenende retten, unter der Woche sieht die Sache aber komplett anders aus. Tage mit 4.000-7.000 Schritte sind keine Seltenheit und eher die Norm wie du in meinen Statistiken gut sehen kannst.

Ergebnisse vom Schrittzähler: Persönliche gezählte Schritte

Ergebnisse vom Schrittzähler: Monatlich komme ich im Schnitt auf 7.000-9.000 Schritte/Tag

 

Ergebnisse vom Schrittzähler: Persönliche gezählte Schritte

Ergebnisse vom Schrittzähler: Sieht man sich die Statistik genauer an so erkennt man gut die Spitzen am Wochenende, die durch Ausflüge und Wanderungen entstehen

 

Selbst für mich als Sportler ist es extrem schwer auf 10.000 Schritte/Tag zu kommen – das Leben ist nicht darauf ausgelegt. Man hetzt von einem Termin zum nächsten – zu Fuß gehen dauert zu lange und wird in der Terminplanung gar nicht erst berücksichtigt!

Dabei wäre es sehr sinnvoll! Das führt dann auch zu weniger Stress und insgesamt lebt man besser… aber mal ehrlich: dafür hat doch keiner mehr Zeit!

in diesem Sinne: bleib stark!

dein Michael

 

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Hier noch eine Infografik über 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten, mit denen du leichter auf die 10.000 Schritte pro Tag kommen kannst:

[Infografik] 10000 Schritte täglich: 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten

Ursprünglich erschienen auf Ergotopia.de

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Categories:
  Fitness-Tracker, Funktionelles Training, Gesundheit, Positive Auswirkungen von Bewegung, Tipps Für Den Arbeitsalltag
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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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