Wie feste Ziele mich im Training (& Leben) weitergebracht haben

By Michael 2 Jahren ago2 Comments
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Heutzutage ist es total uncool sich zu binden: weder feste Ziele im Training (a.k.a. Trainingsplan), noch Job, Beziehung, Ausbildung oder Stammcafé – immer muss was neues her sonst wird es schnell mal öde. Es gab eine Zeit in der ich total stolz darauf war nicht einmal einen Handyvertrag zu haben. Gelebt habe ich in einer WG, gearbeitet überall auf der Welt und ich bin dort hingegangen wo es mich gerade hingezogen hat.

Das war total spannend, cool und ich möchte die Zeit nicht missen. Ich habe die coolsten Leute getroffen und so viel erlebt, dass ich immer noch davon zehren kann. Gleichzeitig bin ich doch irgendwie auf der Stelle getreten  – das habe ich allerdings erst dann gemerkt wie ich meine Ziele konkretisiert habe und beobachten konnte wie viel weiter und schneller ich im Leben vorankam.

Und den Fehler „keine Ziele zu haben“, habe ich im Training gleich nochmal gemacht – weils ja doch so schön war!

Heute erfährst du etwas über meine Beweggründe – warum ich so darauf plädiere Ziele zu setzen und wie ich dazu kam, wo ich doch so ein Freigeist bin. Du findest am Ende auch einige Beispiele für Trainings- und Ernährungskonzepte, die Spaß machen, ein Ziel haben und wodurch du in kürzester Zeit vorankommst!

Friede, Freude, Eierkuchen – Leben in Tralala

Nach dem Zivildienst bin ich ausgezogen und erstmal in Europa unterwegs gewesen – zwar immer zum Arbeiten aber es gibt genügend Jobs wo man nur physisch anwesend sein muss und den Kopf nicht gebraucht…. und daran habe ich mich, pflichtbewusst wie ich bin, gehalten. Die Nächte waren lang, die Arbeitstunden dann auch …. aber hey, es war egal.

Diese Zeit ohne Bindung oder feste Ziele war für mich sehr wichtig, denn es hat mir geholfen vom Leben loszulassen. Meiner Meinung nach ist man in unserer Gesellschaft extrem getrieben was Normen und Lebensziele betrifft. Es gibt Dinge wie Karriere, ein Haus/schöne Wohnung, guter Lebensstandard und Familie mit Hund, die es einfach zu erreichen gilt. Schafft man diese Dinge nicht, dann gilt man sofort ein „Versager“ was ja totaler Blödsinn ist.

Es ist auch oft weniger die Gesellschaft, sondern du selbst, der dich diesen Normen unterwirft. (Das heißt: jedenfalls ging es mir damals so.) Hier auszubrechen und zu erkennen, dass man das Leben in seinen eigenen Händen hat, war sehr befreiend und ich konnte anfangen die für mich richtigen Schritte zu setzen.

Feste Ziele bringen dich weiter!

Also habe ich für mich definiert, was ich gut kann und was mich glücklich macht. Und so bin ich von einem zum nächsten gekommen und habe jetzt ein sehr spannendes Betätigungsfeld gefunden. Ich mache das was ich gut kann… dadurch macht es viel Spaß, denn die Kunden schätzen meine Arbeit und noch dazu bin ich mit Herzblut bei der Sache da ich mich frei dazu entschieden habe.

Feste Ziele und konkrete Bindungen haben mir auch in anderen Lebensbereichen geholfen: sei es in der Beziehung, in der Karriere und sogar beim Handyvertrag. Durch bewusste Entscheidung für schwarz oder blau habe ich viel gewonnen und zwar:

  • Freiheit: ich frage mich nicht mehr die ganze Zeit ob diese oder jene Entscheidung auch die richtige war; außerdem bin ich frei von jeglichen Zwängen
  • Freude: dadurch, dass ich tiefer in Job oder Beziehung eingestiegen bin, laufen die Sachen viel besser und ich bekomme mehr zurück
  • Expertise: man kann nicht überall gut sein – im Schnitt braucht es 15 Jahre in einem Bereich um darin als „Experte“ zu gelten und langsam werde ich immer besser in dem was ich mache – ständiger Wechsel würde das behindern
  • Alternativen: durch eine konkrete Entscheidung verliert man zwar einige Möglichkeiten, gewinnt dafür aber viel konkretere dazu! Es öffnen sich Türen, die man vorher gar nicht kannte und die genau dorthin führen, was man eigentlich immer schon mal machen wollte.
  • Weniger ist mehr: es ist wie bei einer Weinverkostung: probierst du alle Weine schnell durch so bringst du dich um viele Nuancen – befasst du dich dagegen mit einer Sorte länger, so fällt dir ständig etwas neues auf: du entdeckst neue Seiten, bemerkst leicht versteckte Geschmacksrichtungen und du hast im Endeffekt mehr davon. Eine Limitierung ist oft etwas sehr positives, denn „alles“ ist sowieso nie möglich (so ehrlich müssen wir schon zu uns selbst sein) und da ist es gut, sich auf einige wenige Dinge einzulassen und diese genauer auszuprobieren.

Wie man feste Ziele im Training richtig setzt

Im Training ist es ähnlich: hast du unkonkrete Ziele, dann wirst du auch unkonkrete Resultate erzielen. Trainierst du jedes Mal nach Lust und Laune, dann wirst du zwar fit bleiben aber in keiner Disziplin besser oder stärker werden.

Versteht mich nicht falsch: die Ziele sind individuell und müssen nicht immer Marathon-Charakter haben – konkret sollen sie aber auf jeden Fall sein!

Man weiß selbst am besten woran man arbeiten möchte: sei des das lästige Bauchfett loswerden, sei es breitere Schultern (meistens Männer) oder schlanke Arme (meistens Frauen) zu bekommen… sei es als Ausgleich zum Arbeitsalltag oder einfach nur Bandschreibenprobleme-Prophylaxe… das Ziel definierst du selber aber ein Ziel solltest du auf jeden Fall haben.

Wie definiert man Ziele?

  • Spezifisch: Ziele müssen eindeutig definiert sein (nicht vage, sondern so präzise wie möglich).
  • Messbar: Ziele müssen messbar sein (Messbarkeitskriterien).
  • Akzeptiert: Ziele müssen von den Empfängern akzeptiert werden/sein (auch: angemessen, attraktiv, abgestimmt ausführbar oder anspruchsvoll).
  • Realistisch: Ziele müssen möglich sein.
  • Terminiert: zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe, bis wann das Ziel erreicht sein muss.

Jeder gute Trainingsplan beinhaltet diese Aspekte. Deshalb gibt es auch so viele 6-8 Wochen Pläne, die dich schnell weit bringen können. Wichtig ist noch, dass sich die Pläne an die 3 Prinzipien eines guten Trainingplans halten, denn sonst ist keine Verbesserung möglich.

Beispiele für konkrete Ziele:

  • Velocity-Diet: ein Monat, extreme Kalorienreduktion, extremer Fettabbau
  • Basic-Human Movements: alle Bewegungen (vertikal/horizontal Drücken und Ziehen, Kniebeugen, Kreuzheben) lernen – die Grundlage für jedes Training.
  • 6 Wochen Kraft-Plan (z.B. Starting Strength) – simpel, einfach und Härte, je nach Belieben

Wenn du beim Training konkrete Ziele verfolgst, dann wirst du mit optimalen Resultaten belohnt. Hast du keine Ziele, dann trainierst du in alle Richtungen gleichzeitig und erreichst höchstens Mittelmaß, wirst aber nirgendwo richtig gut. Und „richtig gut“ ist das, was man so bei anderen bewundert, der Weizen, getrennt von der Spreu, Menschen, die wissen was sie wollen.

Indem du weißt, was du willst, tust du dir selbst und den Personen, die dich umgeben, einen riesigen Gefallen!

bleib stark!

Dein Michael

 

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Categories:
  Motivation, Positive Auswirkungen von Bewegung, Trainingspläne
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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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