Was ist dir Vielfalt beim Essen wert?

By Michael 12 Monaten agoNo Comments
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Variation und Auswahl an frischem Gemüse - wenn das Essen bunt ist, dann macht es gleich viel mehr Spaß.

Geschmack und Genuss… das ist das Leben! Die heutigen Supermärkte bieten eine ungeheure Vielfalt an Produkten und ich bin regelmäßig überfordert, wenn es darum geht „das Richtige“ auszuwählen. Die Vielfalt ist jedoch nur scheinbar und der Geschmack oft verloren – was ist Vielfalt beim Essen wert?

Hast du gewusst, dass die Platzierung der Gemüseabteilung Auswirkungen auf deinen weiteren Einkauf hat? Am Anfang steht das Gesunde – du tust dir und deinem Körper etwas Gutes indem du frisches Obst und Gemüse kaufst. Da fühlst du dich zufrieden und die Wahrscheinlichkeit ist größer, dass du dir daraufhin auch etwas „für dich“ gönnst – gerade von jenen Dingen, die ungesund sind.

Hoch qualitatives Essen, wo die Rohstoffe und die Zubereitung passt schmeckt nicht nur unglaublich lecker, versorgt dich mit den notwendigen Mikro- und Makronährstoffen und macht nicht träge, sondern frisch und glücklich.

Gutes Essen, gepaart mit guter Gesellschaft (und etwas Wein) sorgen für die besten Momente im Leben – ohne Genuss kein Leben!

Wider dem Einheitsbrei bei Lebensmitteln

Vielfalt beim Essen - Paradeiser oder Tomaten gibt es in vielen verschiedenen Farben, Formen und Geschmäcker

Vielfalt beim Essen – Paradeiser oder Tomaten gibt es in vielen verschiedenen Farben, Formen und Geschmäcker

Es gibt immer mehr Menschen, die mit frischen Lebensmitteln nichts anfangen können. Sie wissen nicht Bescheid über die Zubereitung und noch weniger über Geschmack und Aussehen: eine Tomate hat Rot zu sein, eine Banane gelb, usw…. man gibt sich zufrieden mit knallbuntem Obst und Gemüse, das nach nichts schmeckt.

Überhaupt gibt es nur noch wenige Sorten… und noch weniger Saisonware. Geht man in lokale Supermärkte, dann muss man nach Gemüse und Obst aus Österreich schon suchen! Oft gibt es kaum etwas Lokales und wenn, dann sind es nur die üblichen Verdächtigen!

50 000 Pflanzenarten gelten weltweit als essbar, doch nur 30 davon sichern die Welternährung, darunter Mais, Weizen, Reis und Kartoffeln. Von 20.000 verschiedenen Apfelsorten werden meist nicht mehr als 6 angeboten, bei Mais ist die Lage ähnlich: von 30.000 Maissorten werden nur eine Handvoll kultiviert. Besonders schlimm ist die Lage bei Bananen: der überwiegende Großteil der globalen Ernte hängt von einer einzigen Sorte ab und die ist durch Schädlinge und Krankheiten bedroht.

Ohne Vielfalt beim Essen kein Genuss

Es gibt nur einen Grund für diese eingeschränkte Auswahl: die Wirtschaftlichkeit! Die industrialisierten Sorten sind lange haltbar, erzielen guten Ertrag und kommen durch ihre Gleichmäßigkeit gut an. Die Kosten für die Produktion werden so minimiert und der Kunde kann günstig im Supermarkt einkaufen.

Was dabei auf der Strecke bleibt ist der Genuss!

Das Obst und Gemüse wird unreif geerntet, über Kühlketten quer durch Europa geliefert und sieht selbst nach Wochen noch frisch und fröhlich aus… der Geschmack konnte sich aber nie entfalten und alles schmeckt gleich fad und langweilig.

Es geht aber auch anders: Ich habe in Mexiko frische Mandarinen gegessen… ich wusste nicht, dass die so aromatisch und vielfältig im Geschmack sind. Ich esse nicht so oft Obst aber dort ständig.

Vor kurzem bin ich durch den Gemüsegarten meiner Schwiegereltern gegangen – nur beim Vorbeigehen strömten die Paradeiser bereits einen unfassbar fruchtigen Geruch aus, und der Salat davon war direkt süß und fruchtig und lässt mich nie wieder Tomaten im Winter kaufen.

Mangos direkt vom Baum sind süßer als Spezi, man schleckt sich noch alle Finger danach ab… wer braucht da noch Nachspeisen?

Aber auch heimisches Obst und Gemüse haben es in sich: Kürbisse, Karotten und Äpfel sind in der richtigen Saison extrem lecker und exzellentes Vorratsgemüse. Zwetschken werden eingekocht oder gleich als Zwetschkenknödel verarbeitet und eingefroren.

Alte Sorten bergen neue Aromen und erlauben Gerichte von ganz anderer Qualität.

Selbst Fleisch und Geflügel schmeckt ganz anders, das Fleisch bleibt fest und verliert nicht die Hälfte seines Gewichtes. Essen wird zum Genuss und verkümmert nicht zum reinen Selbsterhalt. Lokale Saisonware zu kaufen zahlt sich also aus!

Die Auswirkungen sind fatal

Hühner in Freiheit - solch ein Bild wird oft von der Werbung übermittelt

Hühner in Freiheit – solch ein Bild wird oft von der Werbung übermittelt

Ein überwiegender Anteil der genetischen Vielfalt and Zuchttieren ist durch die Konzentration bei Zuchtbetrieben bereits verloren. Ein einzelner Hahn hat heute bis zu 28 Millionen nachkommen! Nur noch 4 Konzerne züchten überhaupt Industrie-Geflügel und das auch nur verteilt auf zwei Dutzend Brutlinien. Rinder und Schweine haben Millionen Tiere eine „effektive Populationsgröße“, wie Genetiker es nennen, von vielleicht hundert Tieren.

Früher gab es eine Kreislaufwirtschaft und heute ist es zu einer industriellen Wertschöpfungskette geworden mit allen bekannten negativen Folgen für Böden, Wasser, den Tierschutz und das Klima.

Die Werbung gaukelt uns vor, dass die Produkte von glücklichen, zufriedenen Bauern kommen, Tiere ihr Leben lang auf der Alm verbringen bevor sie totgestreichelt werden und wir nur das „beste vom besten“ bekommen… leider alles Bullshit!

Und nun?

Nimm dir wieder mehr Zeit für Essen und Essensbeschaffung

Doch die Realität ist meist eine andere - sonst wäre Fleisch in diesen Mengen auch unmöglich!

Doch die Realität ist meist eine andere – sonst wäre Fleisch in diesen Mengen auch unmöglich!

Eins muss klar sein: durch die zunehmende Bevölkerung wird sich an der zunehmenden Industrialisierung der Lebensmittelproduktion nicht viel ändern! Es ist sogar notwendig Rohstoffe in großem Maßstab herzustellen.

Wir können aber durch unserem gezielten Konsum das Angebot bestimmen. Wichtig ist dabei die Auseinandersetzung mit Genuss, Geschmack und Zubereitung der Lebensmittel.

Freunde von mir kaufen nichts, wo kein Ablaufdatum oben steht da sie nicht damit umzugehen wissen. Hier braucht es Willen und Mut zur Veränderung. Sie sind immer ganz begeistert, wenn ich für sie koche aber das ist ja auch keine dauerhafte Lösung!

Es braucht eine Bereitschaft sich, fernab oberflächlicher Kochbücher und Trends, wirklich mit der Kultur des Essens und der Qualität der Produkte auseinanderzusetzen. Es ist keine Lösung sich nur noch Bio oder vegan zu ernähren, denn die verganen Ersatzstoffe haben oft eine längere Zutatenliste, als Fleischgerichte und da stell sich die Frage, ob das noch so gesund ist.

Bio ist auch nicht immer so Bio wie man gerne hätte, also was kannst du tun?

  • Setz dich mit Essen mehr auseinander!
  • Konzentriere dich auf frisches Obst, frisches Gemüse und frisches Fleisch und setz auf lokale Saisonware… da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass die Früchte reif geerntet wurden.
  • Setz deine Sinne ein: rieche, fühle und betrachte ob die Produkte „gut aussehen“
  • Suche die Vielfalt beim Essen auf Märkten aber frag nach, woher die Produkte kommen
  • Qualität hat seinen Preis: kauf lieber teuer und weniger
  • Nimm dir Zeit zum kochen und tue es gerne – „mit Liebe kochen“ schmeckt man!
  • Hinterfrage deine Präferenzen und probiere ruhig etwas Neues aus… du wirst begeistert sein!

 

Hier in diesem Artikel gehts gleich weiter mit einem Einkaufsguide: Wo günstige und gesunde Lebensmittel kaufen?

bleib gesund und genieße!

dein Michael

Hinweis: Dieser Artikel ist eine Reaktion auf einen Bericht der Süddeutschen Zeitung: Rettet die Vielfalt unseres Essens!

 

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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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