Frauen im Gym: Die 7 größten Mythen und Fehler

By Michael 3 Jahren ago1 Comment
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Frauen im Gym_ Die 7 größten Mythen und Fehler

Frauen im Gym: Frauen und schwere Gewichte haben ein zwiespältiges Verhältnis. Zu oft beeinflussen Faktoren wie Aberglaube (Hilfe, ich werd aussehen wie ein Mann), Falschinformation über Training und Ernährung, einseitige Informationen aus Fitness-Journalen sowie gesellschaftliche „Vorgaben“ darüber wie Frauen auszusehen haben. Das sollte nicht sein – Frauen im Gym sollten das tun, was ihnen Spaß macht und ihren Zielen näher bringt!

Leider gibt es viel Halbwissen im typischen Gym und da möchte man am liebsten Scheuklappen aufsetzen wenn man sieht was und wie die Leute dort trainieren. Mädels – lasst euch davon nicht beeindrucken noch beeinflussen. Macht das, was euch wichtig ist und nicht das, was ihr denkt, das anderen gefällt. Oft projiziert man eigene Probleme auf andere Menschen und deshalb darf man Kommentare im Gym wirklich nicht ernst nehmen!

Deshalb gibt es heute die 7 größten Mythen und Fehler, die regelmäßig herumkursieren….


Unterschiede im Gym: Männer und Frauen

Wenn man sich die männlichen durchschnittlichen Gym-Geher ansieht, dann merkt man schnell, dass sie sich eher durchs Ego als durch Logik führen lassen: „Mach ma amal a bisserl Bankldrucken, Arme und Bauch – alles andere sieht ma eh net im Leibal„…. äh, ja genau!

Beim weiblichen Geschlecht ist die Sache ein wenig komplexer – ihr Trainingsmodus wird davon beeinflusst, was sie in Zeitschriften lesen, jenem was sie von ihrem Freund/ Ehemann hören, auf einem Mode-Blog entdecken oder allgemein von den Erwartungen wie Frauen in unserer Gesellschaft überhaupt auszusehen haben.

Kein Wunder, dass sie sich nicht entscheiden können ob sie lieber Gewichte heben, Crossfit- oder Aerobic-Kurse besuchen wollen. Oder sie machen so viel Yoga bis ihre völlig fertigen und übermüdeten sieben Chakras die Koffer packen und abhauen.

Oft sieht man dann, dass sie die verschiedenen Elemente kombinieren oder suboptimal trainieren und im Endeffekt schlechter aussehen als vorher.

Deshalb unterstelle ich hier einfach einmal, dass wenn Frauen ins Gym gehen, sie am Ende schöner aussehen wollen.

Schöner aussehen implementiert weniger Körperfett und ggf. mehr Kurven. Ein Körper besteht aus Kurven (sonst wären wir ein Stein und keine Säugetiere).

Willst du die Kurven nach außen (konvexen) verbessern so machst du Krafttraining, willst du die nach innen gewölbten Kurven (konkaven) besser definieren so funktioniert das über Fettabbau.


Frauen im Gym #1: Die Angst „wie ein Mann“ auszusehen

Unterschied zwischen dem was Frauen denken und was wirklich passiert

Unterschied zwischen dem was Frauen denken und was wirklich passiert

Darüber habe ich schon im letzten Artikel berichtet (Frauen und Krafttraining – geht das überhaupt?). Schwere Gewichte sind für eine Verbesserung des Aussehens von großer Bedeutung.

Denn nur durch schwere Gewichte werden eure Muskeln wachsen und somit eure Kurven positiv betonen. Sucht euch ein Gewicht welches ihr 8-15x heben könnt. Alles darunter oder darüber ist für das Ziel „besser aussehen“ nicht optimal!

Und hört auf die „ich will nicht muskulös wirken“ Karte auszuspielen – wenn ihr nicht massig Testosteron spritzt oder einen genetischen Defekt habt, dann werden euch sicher nicht die Muskeln aus den Ohren wachsen!

Die Muskeln werden auch nicht über das ästethische Ideal hinauswachsen wenn ihr sie nicht mit den benötigten Makro-Nährstoffen versorgt. Deshalb essen Männer auch Unmengen an Protein, Kohlenhydrate und Fett um ordentlich Muskeln aufbauen zu können.

Da Frauen tendenziell eher zu wenig als zu viel essen, sehe ich hier auch kein Problem!


Frauen im Gym #2: Die Angst vor dem Schwitzen und Anstrengung

Frauen im Gym - das Gesicht, das zum Erfolg führt!

Gestresste Frau beim Krafttraining – das Gesicht, das zum Erfolg führt!

Viel zu viele Mädels richten sich fürs Gym her wie fürs Fortgehen! Sie möchten immer schön und sauber bleiben aber das ist der falsche Ort dafür. Wenn man mal richtig Gewichte hebt und dann letzte 3-4 Wiederholungen rausholt, dann verzieht mal schon einmal das Gesicht und schwitzt was das Zeug hält…. und das ist gut so!

Dieses Rausdrücken der letzten Wiederholungen ist für den Aufbau und die Progression am Besten – da geht am meisten weiter! Ein hartes, verzogenes Gesicht sowie genügend Schweiß ist also ein Markenzeichen dafür, dass ihr am richtigen Weg seid.

Dann könnt ihr über alle, die das Gesicht nicht verziehen ein wenig lachen weil ihr genau wisst, dass die immer noch in ihrer Komfortzone hocken!

Das Gym ist die Werkstatt.
Das ist es dreckig, ölig, es wird geschraubt und gehämmert.
Aber am Ende geht die Kiste um einiges schneller ab als zuvor… und sieht auch besser aus!

Frauen im Gym #3: Bauchmuskelsucht

Jeder trainiert Bauchmuskeln weil meist da der Speck hängt. Doch Überraschung: man kann nicht lokal und gezielt Fett verbrennen, wohl aber Muskeln aufbauen.
Übrigens: jeder von uns hat bereits einen Six-Pack! Meist liegt nur zu viel Polsterung darüber!Es ist besser am Ende eines Workouts 3-4 harte Runden von 15-20 Wiederholungen für den Bauch zu machen als den Hauptfokus jedes Mal auf die Körpermitte zu legen. Diese 3-4 Runden kann man mit Bändern oder anderen Resistenzen erschweren oder erleichtern (sodass ihr 15-20 Whd schafft) aber damit reicht es auch schon.

Trainiert ihr zuviel den Bauch, vor allem die seitliche Muskulatur, dann verbreitet sich optisch die Körpermitte und man wirkt kompakter und breiter. Das ist bei Männern ein gern gewünschtes Ziel doch bei Frauen meistens eher nicht.

Setzt euer Augenmerk lieber auf die großen Muskeln weil die verbrennen mehr Fett. Wenn ihr freie Gewichte verwendet oder Klimmzüge übt, dann wachsen die Bauchmuskeln von alleine (werden für die Körperstabilität gebraucht und somit trainiert)

Frauen im Gym #4: BOSU Ball oder Balance-Board

Zugegebener Maßen bietet der BOSU-Ball oder so ein Balance-Board einige Vorteile hinsichtlich Balance und Körperbeherrschung. Auch Trends wie Power-Plate haben ihren Platz in der Fitness-Welt wenn das Ziel „Bewegung“ ist. Ist find es auch gut weil es viele Leute dazu gebracht hat sich überhaupt zu bewegen.

Allerdings wenn man es ernst meint, dann sind diese Sachen alle zu vergessen.

Ja, die instabilen Unterlagen ermüden die Muskeln schneller. ABER: durch den instabilen Untergrund ladet man nur supoptimale Lasten auf. Das heißt man bewegt sich nicht in einem Gewichtsbereich der ein Muskelwachstum auslöst.

Außerdem ermüden die langsamen Muskelfasern (Slow-Twitch) zuerst und somit werden die schnellen Muskelfasern (Fast-Twitch) gar nicht erst aktiviert.

Das bedeutet, dass man nicht nur zu wenig Gewicht drauflädt, sondern auch weniger Wiederholungen zustande bringt. Wenig Gewicht + wenig Wiederholungen = KEIN MUSKELWACHSTUM


Frauen im Gym #5: Viel zu viel Aerobics und Ausdauer-Training

Frauen im Gym: wollt ihr wie Ausdauerläufer aussehen?

Frauen im Gym: viel zu oft wird nur auf Ausdauertraining gesetzt

Unter hoher Anstrengung inklusive Kalorien-Defizit baut der Körper Fett und Muskeln ab. Das Fett braucht er um das Defizit auszugleichen und Muskeln baut er ab um von Haus aus weniger Energie zu verbrauchen.

Viel zu viel Aerobics und andere Ausdauer-Einheiten sind genau das: ein induziertes Kalorien-Defizit und das killt eure Muskeln.

Nochmal: Muskeln formen die Kurven des Körpers!

Um Fett abzubauen und gleichzeitig Muskeln aufzubauen sind kurze, hoch-intensive Einheiten am besten. Darunter zählen Sprints, Tabata, HIT und andere Intervall-Trainings.

Passender Artikel: Cardio vs. Muskeltraining beim Abnehmen


Frauen im Gym #6: Workout-Monogamie oder Promiskuität

Hier gibt es zwei Extrem-Typen: diejenigen, die IMMER DAS GLEICHE beziehungsweise jene, die IMMER WAS ANDERES machen.

Beides ist schlecht!

Wenn man immer das selbe Programm verfolgt, dann passt sich der Körper schnell daran an und braucht immer weniger Energie um dieses Programm auszuführen. Bleibt die Kalorieneinnahme gleich so nimmt man zu…

Umgekehrt ist es ähnlich. Der Körper braucht eine gewisse Zeit um sich nerval an die Bewegung anzupassen. Dann erst erfolgt die muskuläre Progression und man wird stärker. Wenn man ständig wechselt so bleibt man immer in dieser Orientierungsphase und erlebt kaum einen Fortschritt. Anfänger erleben zu Beginn einen extrem starken Anstieg und treffen dann auf ein Platau wo sie nicht hinüberkommen wenn nicht durch gezieltes Training.

Ein Trainingsprogramm braucht immer:

  • Progression (Trainingsbelastung muss ansteigend sein, sonst kein Fortschritt)
  • Intensität (Eine Reizwelle muss ständig übertroffen werden um eine Anpassung zu erreichen)
  • Spezifität (Bewegungsauswahl, abhängig des auszuübenden Sports)

Frauen im Gym #7: Angst vor Nahrung

Es ist in der Zeit nach dem Workout fast unmöglich an Fett zuzunehmen!

Das ist ca eine Stunde nach dem Gewichtheben der Fall, denn in dieser Zeit werden Muskeln aufgebaut und die ganze Energie fließt in deren Aufbau und nicht in den Aufbau von Fettzellen.

Esst genug vor und nach dem Training um den Körper die nötigen Nährstoffe zu geben, die er für den Muskelaufbau braucht. Vergesst in dieser Zeit Diäten und Kalorienreduktionen denn sonst habt ihr keine Power für das nächste Training.

Keine Power = weniger Gewicht. Weniger Gewicht = keine Progression. Keine Progression = keine Anpassung des Körpers. Endergebnis: die Optik ändert sich nicht. Keiner merkt, dass ihr trainiert und das Abnehmen wird auch schwieriger.


Fazit: Trainiert hart, esst gut und seht zu wie sich euer Körper positiv verändert!

Frauen im Gym- Strong is the new sexy!

Frauen im Gym- Strong is the new sexy!

Versteht mich nicht falsch – ich möchte weder wen beleidigen noch mich über gewisse Menschen lustig machen. Die hier beschriebenen Fehler sind häufig im Gym zu finden und rühren meiner Meinung nach primär von Halbwissen und Unwissen ab.

Es kursieren viele Gerüchte im Gym und im Internet. Die Form wird vernachlässigt und durch ein falsches Training macht man sich schnell mehr kaputt als es bringt.

Wenn ihr euch nicht sicher seid, dann fragt bitte! Egal ob mich, das Personal im Gym oder andere Fitness-Blogs. Prüft auch nach was dort steht – mit der Zeit bekommt ihr viel Wissen dazu und so könnt ihr besser entscheiden was euch gut tut!

Bleibt stark!
Euer Michael

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Michael Fenböck ist Fitness-Trainer und Gründer von Fitness-Schmiede.at, begeisteter Blogger und seit vielen Jahren leidenschaftlicher Kraftsportler. Hier erfährst du mehr über ihn: Meine Geschichte

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